Um ein besseres Bild von den Wünschen und Bedürfnissen von Arbeitssuchenden in Limburg zu bekommen, haben wir kürzlich eine Jobmesse besucht. Wir stellten verschiedene Fragen darüber, welche Art von Arbeit sie suchten, wie sie sich bewarben, wo sie Erfolg hatten und was sie enttäuschte. Ein Thema, das häufig zur Sprache kam, war das Gehalt — kaum überraschend, da Arbeitssuchende diesem Aspekt große Bedeutung beimessen. Sie erzählten, wie viel sie verdienen wollten und was sie in der Vergangenheit verdient hatten. Ein Punkt fiel besonders auf: Die überwältigende Mehrheit der Stellenanzeigen, die sie sich angesehen hatten, enthielt keine Gehaltsangaben. Stattdessen wurden vage Begriffe wie „wettbewerbsfähig“, „marktkonform“ oder „attraktiv“ verwendet. Doch welchen Nutzen haben diese Worte für einen Bewerber? In Wahrheit keinen.
Es ist auffällig, dass Stellenanzeigen oft keinen konkreten Gehaltsbetrag nennen. Es gibt stets eine ausführliche Beschreibung dessen, was der Bewerber täglich tun wird, wie die Organisation aussieht und was von ihm oder ihr erwartet wird. Doch was sie im Gegenzug dafür erhalten, wird oft nicht erwähnt. Ist das nicht bemerkenswert? Dies führt zu erheblicher Zeitverschwendung für alle Beteiligten. Ein Bewerber bewirbt sich, nimmt an einem Vorstellungsgespräch teil, erfährt das Gehalt, ist damit unzufrieden und steigt aus. Ergebnis: Der Bewerber verschwendet Zeit mit der Anreise zum Gespräch, und der Recruiter verschwendet Zeit mit der Bewertung, Einladung und Durchführung des Gesprächs.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einem Supermarkt einkaufen, und kein Produkt hat ein Preisschild. Erst an der Kasse erfahren Sie den Preis und entscheiden, dass Sie das Produkt nicht wollen. Sie verschwenden Zeit, indem Sie Ihren Einkaufswagen mit Produkten füllen, die Sie aufgrund der hohen Preise nicht wollen, und der Kassierer verschwendet Zeit, indem er die Produkte zurück ins Regal stellt. Zum Glück haben Produkte im Supermarkt Preise!
Untersuchungen zeigen, dass zwischen 70 % und 80 % aller Stellenanzeigen keine Gehaltsangaben enthalten. Man kann sich vorstellen, wie viel Zeit dadurch verschwendet wird. Möglicherweise liegt dies an der Sorge, dass Bewerber sich nicht bewerben, wenn das Gehalt angegeben ist. Doch Transparenz zieht motivierte Bewerber an, die sich mit echtem Interesse bewerben.
Sparen Sie Ihre eigene Zeit und die der Bewerber, indem Sie das Gehalt der Stelle angeben. Schließlich werden sie es ohnehin irgendwann erfahren.





